Für Betroffene
Sie müssen das nicht allein sortieren
Wenn eine psychische Erkrankung den Alltag bestimmt, ist es keine Schwäche, sich Unterstützung zu holen. Es ist der praktischste Schritt, den es gibt.
Kommt das für mich infrage?
Die Diagnose ist dabei zweitrangig. Es kommt darauf an, was im Alltag gerade nicht funktioniert. Wenn Sie sich in mehreren dieser Sätze wiederfinden, lohnt sich ein Gespräch:
- Der Tag hat keine Struktur mehr, Aufstehen, Essen, Schlafen laufen durcheinander.
- Die Post bleibt ungeöffnet liegen, Anträge und Termine türmen sich.
- Medikamente nehmen Sie unregelmäßig oder gar nicht, weil der Sinn unklar ist.
- Der Weg zur Arztpraxis oder zur Therapie ist abgerissen.
- Nach einem Klinikaufenthalt fällt die Rückkehr in den Alltag schwer.
- Sie ziehen sich zurück, Kontakte werden weniger, die Wohnung wird zum Rückzugsort.
Was beim ersten Termin passiert
Nicht viel. Wir setzen uns hin, Sie erzählen so viel, wie Sie möchten, und wir erklären, was wir anbieten können. Es gibt keinen Fragebogen zum Abarbeiten und keine Prüfung, die Sie bestehen müssen.
Wenn Sie danach nicht weitermachen wollen, ist das in Ordnung. Sie müssen nichts unterschreiben, was sich falsch anfühlt.
Das bestimmen Sie
- Wer zu Ihnen kommt, passt es nicht, tauschen wir die Pflegekraft.
- Wann die Termine stattfinden und wie lange sie dauern.
- Woran wir arbeiten und in welcher Reihenfolge.
- Was in Ihrer Wohnung geschieht und was nicht.
- Ob und wann Sie aufhören möchten.
Drei Wege, wie es losgeht
Über Ihre Arztpraxis
Sprechen Sie Ihre Fachärztin oder Ihren Facharzt auf „ambulante psychiatrische Pflege“ an. Die Praxis stellt die Verordnung aus.
Aus der Klinik heraus
Der Sozialdienst der Klinik kann die Versorgung schon vor der Entlassung mit uns abstimmen, damit zu Hause keine Lücke entsteht.
Direkt bei uns
Sie können sich auch zuerst bei uns melden. Wir erklären den Weg zur Verordnung und unterstützen Sie dabei.
Wenn es Ihnen jetzt sehr schlecht geht
Ambulante psychiatrische Pflege ist eine begleitende Hilfe. Sie ersetzt keine Notfallversorgung. In einer akuten Krise, bei Gedanken, sich das Leben zu nehmen, oder wenn Sie sich selbst nicht mehr sicher fühlen, wenden Sie sich bitte sofort an:
- Notruf, rund um die Uhr
- 112
- Telefonseelsorge. Kostenlos, anonym, rund um die Uhr
- 0800 111 0 1110800 111 0 222
Freien Platz anfragen
Ein kurzer Anruf oder eine Nachricht genügt. Sie müssen nichts vorbereiten und nichts erklären, wofür Sie gerade keine Worte haben.
Freie Plätze verfügbar, Wir nehmen derzeit neue Verordnungen an.